Störungen der Nebennierenhormone



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Die Nebenniere stellt eine ganze Reihe von wichtigen Hormonen her.

Bei einer Östrogendominanz kann das wohl dirigierte Konzert der Nebennierenhormone in Disharmonie gebracht werden.

Diese Disharmonie kann zahlreiche unangenehme Folgen haben.

Zudem ist die Nebenniere häufig schon durch jahrelangen Stress ausgelaugt und nicht mehr in der Lage, ausreichend gut zu funktionieren. Da Dauerstress auch eine Ursache für eine Östrogendominanz ist, treten beide Phänomene häufig gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig.

In den Nebennieren wird übrigens unter anderem auch Progesteron hergestellt, sodass sogar ein ganz direkter Zusammenhang zwischen Östrogendominanz und Nebennierenschwäche besteht. Die Progesteronproduktion in der Nebenniere ist bei Frauen jedoch erheblich geringer als die Progesteronproduktion in den Eierstöcken.

Folgende Beschwerden können typisch für eine Nebennierenschwäche sein:

·         Schwäche

·         Müdigkeit

·         Kreislaufschwäche

·         Niedriger Blutdruck

·         Übergewicht

·         Immunschwäche

·         Erkältungsneigung

·         Schweißausbrüche

·         Ödeme, Wassereinlagerungen

·         Häufiger Harndrang

·         Gelenkprobleme

·         Rückenschmerzen

·         Zuckungen der Muskeln

·         Lichtempfindlichkeit

·         Herzrhythmusstörungen

·         Heilungsstörungen bei Verletzungen

·         Allergie-Neigung

 

Die meisten der Symptome erinnern an die Beschwerden der Östrogendominanz und der Schilddrüsenunterfunktion. Auch einige Symptome eines Unterzucker-Zustands gleichen den Symptomen der Nebennierenschwäche.

Daher ist es gar nicht so einfach, die verschiedenen Hormonstörungen voneinander zu unterscheiden.

Eine Unterscheidung ist aber oft weder möglich noch nötig, weil die Hormone aller Hormondrüsen miteinander in komplex verflochtener Wechselwirkung stehen.

Nachfolgend werden einige besonders wichtige Hormone der Nebenniere beschrieben.

Adrenalin

Als Stresshormon ist das Adrenalin eines der bekanntesten Hormone.

Adrenalin ist unentbehrlich, um in akuten Kampf- und Notfallsituationen bestehen zu können.

Es stellt den Körper ein auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion.

Damit das funktioniert, werden einige wichtige Körperfunktionen verändert. Folgende Veränderungen finden statt:

·         Beschleunigung des Herzschlags

·         Erhöhung des Blutdrucks

·         Beschleunigung der Atmung

·         Muskeln werden gut durchblutet

·         Erweiterung der Pupillen

·         Schmerzempfindlichkeit lässt nach

·         Erhöhung des Blutzuckerspiegels

·         Appetit lässt nach

·         Verdauung wird gebremst

 

Diese Kombination von Wirkungen ist sehr nützlich, wenn man tatsächlich intensiv kämpfen oder schnell flüchten muss.

In der heutigen Welt muss man jedoch nur selten mit Körpereinsatz kämpfen oder wegrennen. Die meisten intensiven Stressereignisse muss man stattdessen möglichst ruhig aussitzen.

Diese Tatsache stellt eine Belastung für den Körper dar, denn all die oben genannten Körperveränderungen erweisen sich dadurch eher als schädlich.

Unnötig hoher Blutdruck, Blutzuckerstörungen und Verdauungsbeschwerden können die Folge sein.

Eine weitere Folge ist auch, dass die Nebennieren durch häufigen Stress überfordert sind und an Leistungsfähigkeit verlieren.

Wenn dann tatsächlich mal eine Kampf- oder Fluchtreaktion nötig ist, fehlt oft die Kraft dazu.

Kortisol

Kortisol ist das Hormon für die längerfristige Stresswirkung. Es wird unter anderem nach einer Adrenalin-Ausschüttung produziert, um das Adrenalin wieder abzubauen.

Daher ist der Kortisol-Spiegel häufig etwa eine halbe Stunde nach einem Stressereignis deutlich erhöht.

Bei Dauerstress besteht häufig ein ständig erhöhter Kortisol-Spiegel.

Kortisol hat einige sehr nützliche Eigenschaften.

·         Antriebs-Steigerung

·         Bremsung allergischer Reaktionen

·         Verringerung von Entzündungen

·         Freisetzung von Energie

·         Ausgleich der Gefühle

 

Diese Wirkungen sind sehr nützlich, um vorübergehende Stressereignisse zu bewältigen. Wegen dieser Wirkungen wird die synthetische Variante des Kortisols, das Kortison, häufig als Medikament eingesetzt.

Wenn aber ständiger Stress besteht und der Kortisolspiegel dauerhaft erhöht ist, wandeln sich die erwünschten zu sehr unerfreulichen und unerwünschten Wirkungen.

Es kommt beispielsweise zu

·         Übergewicht

·         Vermehrtem Bauchfett

·         Heißhunger

·         Wassereinlagerungen - Ödeme

·         Infektanfälligkeit

·         Allergien

·         Osteoporose

·         Muskelschwund

·         Nierenschäden

·         Blutzuckerstörungen

·         Verdünnung der Haut

·         Schlafstörungen

·         Depressionen

·         Burn out

 

Aus einem segensreichen Hormon wird also durch Dauereinwirkung ein schädliches Hormon.

Viele Menschen haben ihr Übergewicht, vor allem in der Bauchregion, einem ständig erhöhten Cortisol-Spiegel zu verdanken. So kann Stress dick machen.

DHEA - Dehydroepiandrosteron

Das Hormon DHEA ist erst in letzter zeit ins Visier der Mediziner geraten.

Grob gesagt, wirkt DHEA wie ein Gegenmittel gegen zu starke Kortisol-Wirkungen. es übernimmt gegenüber dem Kortisol eine ähnliche Rolle wie das Progesteron gegenüber dem Östrogen. Das ist jedoch keine differenzierte medizinische Sichtweise, sondern dient eher dem besseren Verständnis für Laien.

DHEA gehört zu den Androgenen, das sind im Allgemeinen eher die männlichen Geschlechtshormone. DHEA kommt aber auch bei Frauen in normaler Menge vor. Es wird in den Nebennieren und in den Eistöcken gebildet.

Da es ein Geschlechtshormon ist, wird es im Kapitel "Andere Geschlechtshormone" auf Seite 102 genauer beschrieben.




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